Licht & Schatten Fotografie – Bilder mit besonders starker Wirkung

Die Fotografie im Freien verlangt viel Feingefühl bei der Auswahl des optimalen Lichts und seiner Richtung für den optimalen Schatten. Die Lichtfarben wechseln im Laufe des Tages, ebenso die Schattenlänge und -richtung. Mit Belichtungsreihen können zusätzlich Nuancen eingefangen und später die perfekteste ausgewählt werden. In der Licht und Schatten Fotografie lassen sich bewegte oder starre Objekte mit dem Fokus auf die am besten geeignete Lichtrichtung beinahe dreidimensional darstellen.

Licht und Schatten für dreidimensionale Fotowirkung

Licht entfaltet seine ganze Kraft der Darstellung umso intensiver, je heller es auf ein Objekt fällt. Aber ab einem gewissen Punkt der Helligkeit würde es Formen und Nuancen einfach verschlucken. Schatten ist der wichtige Gegenpart dazu. Er hält eine Objektwirkung entweder realistisch oder verändert sie in Form scharfer oder schwacher Kontraste. Ein Gesicht in der Portraitfotografie erhält durch das gekonnte Spiel aus Licht und Schatten seine lebendige Ausstrahlung, die nötige Tiefe, um trotz einer zweidimensionalen Aufnahme auch die dritte Dimension darzustellen.

Architekturen können durch den Schatten davor oder dahinter größer wirken oder schemenhaft mit einer Bildumgebung verschmelzen. Landschaften im Mittagslicht scheinen förmlich vor Leben zu sprühen, während Morgen- oder Abendaufnahmen die Stille solcher Szenarien einfangen. Grundsätzlich können Licht, Schatten, Farben und Kontraste technisch nachbearbeitet werden. Aber die dreidimensionale Fotowirkung entsteht auch dann nur im Sinne des Fotografen, wenn er schon bei der Aufnahme versucht, das Optimum des verfügbaren Lichts in ein künstlerisch vorteilhaftes Verhältnis zum Schatten zu setzen.

Die wichtigsten Lichtrichtungen im Überblick

Die Lichtintensität verändert sich zum einen durch die Entfernung zum Fotoobjekt, zum anderen durch die Richtung, aus der es auf die Form fällt. Dadurch verändert sich zugleich die Schattenrichtung sowie dessen Größe und Intensität. Dies sind die für Fotografen wichtigsten zu beachtenden Lichtrichtungen:

  • Seitenlicht
    Dies ist dasjenige Licht, welches direkt von links und rechts oder verstärkt von einer Seite auf das Objekt fällt. Beim Ausleuchten kann der Fotograf entweder das Objekt in sein bevorzugtes Verhältnis zum Seitenlicht setzen oder seinen Kamerastandpunkt anpassen.
  • Streiflicht
    Auch hierbei handelt es sich um Seitenlicht, allerdings wird es in der Fotografensprache eher extremes Seitenlicht genannt. Streiflicht kann Teile einer Form förmlich schlucken oder ihnen einen besonders scharfen Kontrast verleihen.
  • Gegenlicht
    Von hinter einem Aufnahmeobjekt fällt Licht direkt zur Kamera. Der Fotograf arbeitet also in Lichtrichtung, eine Aufnahmetechnik, von der Profis Einsteigern eher abraten. Aber geschickt genutzt, lassen sich damit seitliche Formen des Objektrandes hell betonen oder weichzeichnen.
  • Rückenlicht
    Hier steht der Fotograf vor dem Licht, und dieses fällt in eben dieser Richtung auf das Objekt. Richtigerweise wird Rückenlicht deshalb auch Vorderlicht genannt, weil es diejenige Lichtrichtung aus dem fotografischen Blickwinkel ist.

Die besten Lichtverhältnisse für Fotoziele

Soweit also die technischen Details zum Licht und seinen Richtungen im Hinblick auf ein Objekt. Welches Licht in welcher Stärke oder Weichheit gerade optimal ist, entscheidet neben dem professionellen Blick auch der persönliche Geschmack des Fotografen. Kann er diesen im Augenblick seines Fotoziels noch nicht exakt festlegen (oder möchte sich Spielraum lassen), hilft eine Belichtungsreihe dabei, das beste Lichtverhältnis einzufangen.

Automatisch bietet eine gute Digitalkamera Voreinstellungen für die Belichtungszeit, die Blende und den Fokus an. Statt eines Fotos unter exakt den gleichen Lichtbedingungen lassen sich durch manuelle Einstellungen auch Bildreihen mit kleinen Abweichungen erstellen. Je komplexer die Lichtverhältnisse gerade sind, umso mehr Nuancen lassen sich durch eine Belichtungsreihe einfangen. Später können diese Reihen ausgewertet und gemäß dem bevorzugten Geschmack die beste als endgültiges Foto dargestellt werden. Auch während der Nachbearbeitung kann mit Belichtungsreihen ausprobiert werden, welches Verhältnis aus Licht und Schatten den besten Fokus im Sinne des Fotografen setzt.

Stimmung und Kontrast bei der Licht und Schattenfotografie

Stimmungsvolle Bilder entstehen am besten zu später Nachmittagsstunde. Das Licht wirkt warm und kommt aus einer bereits tief stehenden Richtung. Schatten werden länger, und es können durch Richtungswechsel emotional ansprechende Aufnahmen eingefangen werden – sogar surrealer Natur, und oft ohne Nachbearbeitung. Während der Morgenstunden kann dies auch gelingen, allerdings ist das Tageslicht dann anders, eher gleißend und weniger „müde“.

Diese Stunden wählen Fotografen mit einer Vorliebe für Architekturen aus, um ihre Lieblingsgebäude in scharfe Kontraste zu tauchen und ihnen so einen markanten Auftritt zu geben. Streiflicht und Seitenlicht sind jetzt optimal für besonders scharfe Konturzeichnungen. Ungeeignet für spannende Stimmungswechsel und eindrucksvolle Kontraste ist die Mittagsstunde. Zu dieser Zeit fällt das hellste Licht exakt von oben, die Schatten bleiben kurz, die Belichtungsmöglichkeiten realistisch, aber unspektakulär. Leichter als bei der Fotografie starrer Objekte gelingen Portraitaufnahmen unter Nutzung der Lichtrichtungen. Denn nicht Fotograf und Objektiv, sondern das Objekt kann nun durch die eigene Bewegung und Drehung in die beste Lichtposition gebracht werden.

Sicherlich ist es Geschmackssache, ob ein Fotoobjekt scharfkantig im starken Kontrast oder beinahe verschmelzend in einer Lichtumgebung abgebildet wird. Um zwischen diesen beiden Extremen den optimalen Aufnahmepunkt zu finden, kann der Licht und Schatten Fotograf bestimmte Tagesstunden und Lichtfarben bevorzugen. Belichtungsreihen helfen dabei, aus dieser ungefähren Auswahl anschließend die beste Darstellung auszuwählen.