Portraitfotografie: Licht-, Schatten- und Farbbedingungen um das Hauptmotiv müssen stimmen

Der berühmte Maler Rubens wusste das so genau wie Fotografen heute: die hohe Kunst der bildlichen Darstellung sind Portraits. Technisch gibt es zu modernen Kamerazeiten verschiedene Tricks, um Gesichter mit gelungener Portraitfotografie vorteilhaft in Szene zu setzen.

Portraitfotografie – Es zählt nur der buchstäbliche Augenblick

Licht und Schatten, der Hintergrund und Besonderheiten des Models beeinflussen die Qualität einer Portraitaufnahme. Diese Details müssen vor der eigentlichen Aufnahme so perfekt wie möglich geprüft und ausgeglichen werden:

  • Tipp Eins: Die kleinsten Nebensachen

Das Objektiv einer Kamera sieht die kleinsten Details – auch solche, die niemand gerne auf einem Portraitfoto wiederfindet. Eine Tasse, die noch hinten auf dem Tisch steht, kann schon das komplette Portrait unbrauchbar machen. Eine Mistgabel neben dem Model gehört ebenso wenig zu einem Naturportrait wie ein welkes Blatt auf der Fensterbank zu einer Innenaufnahme.

So fallen störende Ablenkungen besser auf:

Zunächst wird der Bildausschnitt für die Kameraaufnahme festgelegt. Nun zoomt der Fotograf so nah wie möglich an die zu portraitierende Person heran. Bei diesem Verlauf werden die kleinsten Nebensachen auf einmal viel besser sichtbar. Das kann schon ein Fenster sein, durch welches das Tageslicht ungünstig in Richtung Model fällt. Erst jetzt folgt der nächste Schritt zur Vorbereitung eines wirklich guten Portraitfotos.

  • Tipp Zwei: Der Blick in alle Richtungen

Manche der genannten Nebensachen verändern die Stimmung des Portraits vorteilhaft. Also lohnt die Mühe, sich das Model in der geplanten Fotoumgebung genau von allen Seiten anzusehen. Von oben und unten, von allen Seiten und von hinten – wenn nötig, hilft dabei Hinknien und sich bücken, das Model sich setzen lassen oder dessen Kopfhaltung zu verändern.

So verbessert der Rundumblick die Portraitwirkung:

Blätter, ein Stück Himmel mit einer hübschen Wolkenformation oder eine Parkbank können die Wirkung des Portraits vorteilhaft beeinflussen. Es kommt bei dieser Auswahl darauf an, welche Aussage von dem späteren Portraitfoto gewünscht ist.

Das Spiel mit Schärfe, Licht und Schatten in der Portraitfotografie

Erst durch genaues Überprüfen aller Licht-, Schatten- und Farbbedingungen rings um die Hauptperson entsteht das eigentliche Motiv. Weitere Tipps verbessern die Aufnahmequalität:

  • Tipp Drei: Bokeh

In der Fotografie steht der im Japanischen geprägte Begriff für fotografische Unschärfe von Hintergründen. Aber anstatt durch Verwackeln entsteht genau dieses Schärfespiel mit dem Objektiv einer Kamera aus gutem Grund: Es betont die Vorteile des Portrait-Models. Technisch wird dieses Aufnahmeziel erreicht, indem Blende und Brennweite verändert werden und der Fotograf nah an das Model herangeht. Voraussetzung für eine gewollte Unschärfe des Hintergrundes ist, dass das Model von diesem entfernt wird.

  • Tipp Vier: Die Belichtung

Aufnahmen im Dunkeln werden den Vordergrund anders darstellen als Aufnahmen im hellen Tageslicht. Für die optimale Belichtung soll die Kamera die Helligkeit des Models bestimmen. Nach diesem Kriterium richtet sich die vorher nötige Belichtungsmessung. Ganz gleich, wie hell oder dunkel der Hintergrund ist: Einzig die Belichtungszahl des Models führt zu einem wirklich professionellen Portraitfoto.

Fazit: Geduld ist neben allen technischen Tipps der wichtigste Aspekt

Es gibt viele Aspekte zu beachten, um ein wirklich gelungenes Portrait zu erhalten. Mit Geduld, diesen vier Basic-Tipps und weiteren Kriterien wie Distanz, Blendenflecken oder den Augen des Models lässt sich jedes Portrait perfekt fotografieren. Ein Tipp, der hier nicht extra genannt wurde, ist die Geduld. Denn selbst das schönste Model kommt nur makellos zur Geltung, wenn jedes Detail in dieser Millisekunde der Aufnahme stimmt.