Polfilter: Sinnvolle Anwendung bei Spiegelungen, Regenbögen, Laub und blauem Himmel

Polfilter dienen dazu, bestimmte Polarisationsebenen des einfallenden Lichts herauszufiltern. Auf diese Weise kann man zum Beispiel Spieglungen zu Leibe rücken oder den blauen Himmel satter und die Wolken entsprechend markanter ablichten. Der Polfilter ist ein Spezialwerkzeug, dessen Umgang einiges an Übung erfordert, um damit sehenswerte Resultate zu erzeugen.

Polfilter: wie funktionieren sie?

Licht ist eine elektromagnetische Welle. Diese Wellen verlaufen in unterschiedlich zueinander geneigten Ebenen. Male Dir zur Illustration am besten eine Lichtwelle auf ein Blatt Papier. Nimm das Blatt dann in die Hand und drehe es um einen beliebigen Winkel um die Längsachse der Lichtwelle. Das Blatt ist die Ebene, in der sich die Welle bewegt, die Drehung um die Längsachse deutet die unterschiedliche Neigung dieser Ebene an.

Das normale Licht, mit dem wir draußen und drinnen fotografieren, bewegt sich in zahlreichen unterschiedlich zu einander geneigten Ebenen (Polarisationsebenen). Ein Polfilter ist nun ein winzig kleines Gitter, das nur solche Wellen passieren lässt, deren Schwingungsebenen parallel zu den Gitterstäben orientiert sind. Genauso, wie ein Schlüssel nur in einer einzigen Orientierung in ein Schloss passt. Drehst du den Schlüssel auch nur um 2 Grad nach links oder rechts, geht er nicht mehr ins Schloss. Damit alle Schwingungsebenen gefiltert werden können, sind Polfilter immer drehbar vorm Objektiv angebracht.

Normales Licht ist depolarisiert, es kommen also alle Neigungswinkel zu annähernd gleichen Teilen vor. Ein Polfilter kommt mithin immer dann zum Einsatz, wenn die einzelnen Polarisationsebenen unterschiedlich stark von einzelnen Lichtanteilen besetzt sind. Zum Beispiel bei Spiegelungen, Regenbögen, Laub und blauem Himmel.

Polfilter: wozu nutzt man sie?

Insbesondere in der Produktfotografie sind Spiegelungen meist unerwünscht. Reflektierende Flächen wie sie bei Autos oder hochglanzpolierten Möbeln vorkommen, möchte man frei von jeder Spiegelung im Katalog haben. Dort ist der Einsatz eines Polfilters fast unumgänglich. Ggf. können auch Spiegelungen auf Wasseroberflächen in der Landschaftsfotografie vermindert werden, aber dort sind sie ja meistens erwünscht.

Mit einem Polfilter kann auch der Himmel abgedunkelt werden und die Wolken somit deutlicher herausmodelliert werden. Dazu muss der Polfilter je nach Sonnenstand richtig ausgerichtet werden. Bei sehr weitwinkeligen Objektiven kommt es vor, dass der Effekt zu den Rändern hin zunimmt. Das musst Du beim Arbeiten im Auge behalten.
Auch das Blattgrün kann mit einem Polfilter satter und deutlicher wiedergegeben werden, ebenso ein Regenbogen, der vor einem durch den Polfilter abgedunkelten Himmel besser zur Geltung kommt.

Der Umgang mit dem Polfilter erfordert einiges an Übung. Es ist nicht immer leicht, ihn richtig auszurichten, damit das Bild nicht an Natürlichkeit verliert. Außerdem bedenke, dass der Polfilter schlicht und ergreifend Licht herausfiltert, und Du die Belichtungszeit entsprechend anpassen musst. Gegebenenfalls also Stativ benutzen. Außerdem beeinflusst der Polfilter – wie jeder anderer Filter auch – als zusätzliches Element in der Optik die Bildqualität. Der Polfilter ist als Spezialwerkzeug anzusehen, von dem man wirklich genau wissen muss, wie er funktioniert und wie er wirkt. Deshalb ist häufiges Ausprobieren geradezu Pflicht.

Fazit: Sinnvolles Werkzeug für die Produkt- und Landschaftsfotografie

Der Polfilter ist ein nützliches Werkzeug vor allem in der Produktfotografie, wo vor allem Spiegelungen meistenfalls absolut unerwünscht sind. Aber auch in der Landschaftsfotografie kann er zum Einsatz kommen, um zum Beispiel einen Regenbogen markanter darzustellen oder das Blattgrün satter erscheinen zu lassen. Er ist ein Spezialwerkzeug, dessen Handhabung man vielfach ausprobiert und geübt haben muss.