Make-up für die Kamera: Tipps für Bewerbungsfotos, Moderationen und Fotoshootings

Für ein gutes Fotoshooting ist ein perfektes Make-up genauso wichtig wie ein guter Fotograf. Blitzlicht, Hautunebenheiten und auch Glitzer können die Bilder erheblich beeinflussen, daher sollten auch junge Fotografen wissen, woran sie ein gutes Make-up erkennen. Durch eine gute Vorarbeit kann an einer starken Nachbearbeitung und Veränderung der Bilder deutlich gespart werden, was Zeit und Arbeit in der Postproduktion minimiert.

Wir haben eine Expertin in Sachen Make-up befragt. Felicitas kennt alle Tipps, damit das Model beim Shooting von der besten Seite glänzt – bzw. nicht glänzt :).

Emotionen durch ein gutes Styling auf jedem Foto

PA1: Hallo Felicitas, du bist Make-up Artist aus Leidenschaft, was genau fesselt dich an deinem Job am meisten?

Felicitas: In meinem Job habe ich die Möglichkeit, viele interessante Menschen aus völlig unterschiedlichen Bereichen kennenzulernen. Ich finde es spannend, Einblicke in andere Welten zu erhalten. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen mit sich, und diese liebe ich.

Meine größte Freude ist es, mit wenigen Handgriffen ein Gesicht zum Strahlen zu bringen. Ich muss schnell erfassen, welcher Typ Mensch vor mir sitzt und anschließend ein typgerechtes Make-up und Haarstyling kreieren. Der Prozess, vom Gespräch bis zum fertigen Make-up, und der Moment, in dem meine Kunden in den Spiegel blicken, das ist immer wieder toll.

PA1: Für welche Anlässe bietest du Stylings an?

Felicitas: Vom glamourösen Gala-Styling über natürliche Make-ups für Bewerbungsfotos bis hin zum Styling für Fotoshootings für Models, Schauspieler, Musiker und Moderatoren, ist eigentlich alles dabei. Häufig werde ich auch für Business-Stylings gebucht, zum Beispiel, wenn Vorstände von Firmen bei Veranstaltungen über Monitor gezeigt oder neue Fotos der Mitarbeiter für die Website benötigt werden.

Nachdem meine Kundinnen gesehen haben, wie ich arbeite und wie man mit ein paar Tricks umwerfend wirkt ohne „angemalt“ auszusehen, buchen viele nach dem Job eine Make-up-Beratung bei mir oder gleich das nächste Styling für einen besonderen Anlass oder um sich etwas zu gönnen.

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Make-up: Felicitas Brunner Foto: Jelena Moro

PA1: Welche Unterschiede gibt es zwischen einem klassischen Tages-Make-up und einem Make-up für ein Fotoshooting?

Felicitas: Beim klassischen Tages-Make-up wird die Kundin ganz natürlich geschminkt. Dabei ist es immer mein Ziel, die Kundin frisch aussehen zu lassen, sodass sie strahlt. Ich wähle zarte Farben und betone die Augen nur leicht.

Beim Fotoshooting verhält es sich anders, dann sollte man konturieren, also einen künstlichen Schatten mithilfe eines grau-braunen Puders oder Cremestifts erzeugen, um das Eindimensionale aufzuheben. Außerdem muss die Haut extrem gut ausgeglichen werden und Hautrötungen und -unreinheiten werden sorgfältig abgedeckt. Mit Pinktönen sollte man sparsam umgehen, denn sie werden durch das starke Blitzlicht verstärkt.

Vorsicht bei Blitzlicht: wenig Foundation, kräftigere Farben bei Rouge und Lidschatten

PA1: Worauf muss man besonders achten, wenn mit Blitzlicht fotografiert wird?

Felicitas: In diesem Fall sollte man auf Mineral-Make-up und Foundations mit LSF (Lichtschutzfaktor) verzichten, sonst wirkt das Gesicht extrem weiß auf dem Foto und man sieht aus wie ein Geist.

Bei Rouge und Lidschatten darf zu kräftigeren Tönen gegriffen werden, da die Farben durch das Blitzlicht blasser erscheinen. Vorsicht mit Glitzer und Schimmer! Die können auf Fotos mit Blitzlicht leider wie weiße Punkte oder Flächen wirken, sicher nicht unbedingt das, was bei einem Shooting beabsichtigt ist. Darum lieber matte Farben bei Rouge und Lidschatten verwenden, und auch bei Lippenstift und Gloss. Ein leichter Schimmer ist erlaubt, er sollte aber wirklich nur ganz vorsichtig aufgetragen werden. Vor allem bei einem Beauty-Shooting gibt er den begehrten „Glow“.

PA1: Jeder Stylist hat seinen eigenen Style, welche Besonderheit erwartet die Kunden, sobald sie auf deinem Stuhl sitzen?

Felicitas: Zuallererst erwartet sie eine Stylistin, die mit Herzblut bei der Sache ist. Ich lebe meinen Traum, jeden Tag, und ich möchte meine Kunden mit meiner Arbeit begeistern. Ich überlege nicht nur, welches Styling zu meiner Kundin passt, sondern auch, womit sie sich wohlfühlt. Ob Locken oder glatte Haare, ob Lippen oder Augen betont werden oder vielleicht sogar beides, ist nicht nur Typsache. Man muss sich in seiner Haut wohlfühlen und nur dann stellt sich ein Strahlen von innen heraus ein.

Natürlich versuche ich auf die Wünsche meiner Kunden einzugehen, ermutige sie aber auch, mal etwas Neues auszuprobieren und mir zu vertrauen. Ich bin sehr einfühlsam und arbeite auch so. Sehr oft werde ich darauf angesprochen, denn die Kunden genießen es, wenn die Pinsel sanft das Gesicht berühren und die Haare vorsichtig und behutsam gestylt werden.

Wenn eine Kundin etwas an ihrem Aussehen nicht mag, gehe ich auf sie ein und versuche diese Bedenken zu zerstreuen, oder ich gebe Tipps, wie man zum Beispiel eine breitere Nase schmaler schminken oder Schlupflider wacher aussehen lassen kann. Gerade Frauen sind häufig sehr streng mit sich und sehen Makel wo gar keine sind. Ich möchte, dass sie zu ihrem Aussehen stehen und sich lieben so wie sie sind.

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Make-up & Hairstyling: Felicitas Brunner Foto: Veronika Wurfbaum

PA1: Gib unseren Lesern noch 3 Tipps mit auf den Weg, die sie auf jeden Fall für das perfekte Fotoshooting-Styling beachten sollten.

Felicitas: Das Wichtigste: die Vorbereitung der Haut! Wenn sie nicht gut aussieht, wirkt auch der Rest des Make-ups nicht so wie es sollte. Ich rate unbedingt dazu, unter dem Make-up eine Feuchtigkeitscreme und danach einen Primer zu benutzen. Beides sorgt dafür, dass die Foundation ebenmäßig aufgetragen werden kann. Hilfreich ist auch ein Gesichtspeeling am Abend vor dem Shooting. Der richtige Farbton der Foundation ist das A und O für ein perfektes Make-up. Viele meiner Kundinnen haben damit ihre Schwierigkeiten. In einer Make-up-Beratung in meinem Studio in München verrate ich gerne, wie die Kundin diesen selbstständig erkennen und finden kann, und noch mehr Tricks für ein perfektes Styling.

Vor allem für Bewerbungs- und Business-Fotos rate ich dazu, matte Farben zu verwenden. Nachdem das Make-up komplett ist, unbedingt die Haut mit Puder mattieren, damit sie auf dem Foto nicht glänzt.

Und noch eins: Sei Du selbst und liebe Dich so wie Du bist. Dann wirkst Du auf dem Foto auch natürlich, selbstbewusst und einfach umwerfend!

Vielen Dank an Felicitas für das interessante Interview. Für mehr Infos über sie und ihre eigene vegane Pinselkollektion folgt den Links:

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