Kreativität, Emotionen und goldender Schnitt in der Werbefotografie

Im Bereich der Werbefotografie geht es um Aufnahmen die speziell für den Zweck der Werbung entstehen. In der Regel werden Werbefotografien von speziellen Werbeagenturen oder professionellen Fotografen durchgeführt. Oftmals im Vordergrund steht dabei das Fotografieren von Produkten. Im genauen wird hier ein spezielles Produkt entsprechend in Szene gesetzt. Ein häufiger Bildgegenstand sind inzwischen aber auch sogenannte abstrakte Bildmotive geworden. Diese sollen den Konsum bei den Menschen anregen.

Werbefotografie: Kreativität, psychologische Effekte sowie gute Umsetzung

Die Werbefotografie stellt zu aller erst an den Fotografen hohe Ansprüche, denn dieser muss die Begabung haben, den richtigen Moment zu erkennen, muss Kreativität mitbringen und muss einschlägig mit seinem Handwerk vertraut sein. Der Fotograf muss sich außerdem mit den verkaufspsychologischen Effekten auskennen und kann diese bei der Auswahl des Motives sowie der Umsetzung des Bildes einsetzen.

In jedem Falle aber muss sich der Werbefotograf mit dem Produkt und dessen Vorteilen auseinandergesetzt haben bzw. diese genau kennen. Denn diese Vorteile gilt es in den Aufnahmen ganz besonders zu betonen. Außerdem ist es wichtig, dass der Werbefotograf fit ist in den Bereichen von Filtertechnik, Schattierung und Licht. Nur so kann er das Foto entsprechend inszenieren. Am Computer werden dann die finalen Feinheiten der Aufnahmen angepasst und macht daher ein Wissen in Grafikdesign unverzichtbar.

Die Auswahl des Hintergrund und der Lichtsetzung

Vor Anfertigung des ersten Fotos muss der Werbefotograf die richtigen Vorbereitungen treffen. Bedeutet, die Kamera und ihre nötigen Einstellungen müssen ausgesucht werden. Es ist außerdem darauf zu achten, ob das abzulichtende Produkt einen Schatten produziert. Zum möglichst gleichmäßigen ausleuchten des Objektes, kann der Fotograf z.B. ein Lichtzelt verwenden. Hierbei ist die Lichteinwirkung schattenarm und eher weich.

Des Weiteren muss der passende Hintergrund für das Foto ausgesucht werden. Auf der einen Seite muss der Hintergrund passend zum Motiv sein und auf der anderen Seite darf dieser jedoch dem Produkt nicht Show stehlen, indem er alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Aus diesem Grund wird in der Regel innerhalb der ausschließlichen Produktfotografie meist ein weißer Hintergrund gewählt. Zum Abschluss muss der Fotograf dann noch für die Entstehung der Bildkulisse sorgen. Manchmal kommen hier noch unterschiedliche Deko-Elemente zum Einsatz. Eventuelle Feinheiten oder Anpassungen können ansonsten noch in der finalen Bildbearbeitung vorgenommen werden.

Positionierung des Motives durch goldenden Schnitt

Der Werbefotograf kann sich am sogenannten „Goldenen Schnitt“ orientieren, damit er den Bereich findet, wo das Motiv im Foto am Ende zu finden sein soll. Die Seitenlänge verhält sich hierbei a zu b und die Länge a + b zu a. Der Grund liegt hier in dem erwecken der Aufmerksamkeit und eine positionieren des Produktes in der Bildmitte wirkt dabei zu langweilig. Um das zu verhindern, wird das Foto durch vertikale und horizontal verlaufende Linie in neun Teile geteilt, welche in etwa alle gleich groß sind bzw. sein sollten. Entlang der Schnittkante sind dann sämtliche entscheidende Motive zu finden. Anbieten tut sich diese Art der Vorgehensweise in erster Linie deshalb, da die Gegenstände als Teil des Bildmotiv für sich allein betrachtet eher Langeweile ausstrahlen.

Aber auch die Auswahl der richtigen Perspektive ist elementar. Nimmt der Fotograf vom gleichen Produkt mehrere Fotos auf, dann muss deutlich erkennbar sein, dass es sich stets um das gleiche Objekt dreht, auch wenn dieses aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen wurde. Aus diesem Grund sollte zu erkennen sein, ob es sich dabei um die Seitenansicht, die Rückseite, die Vorderseite oder um den Querschnitt des Fotos handelt, welcher zu sehen ist.

Den Objektivfilter zur Hilfe nehmen

Durch Hilfsmittel die professionell eingesetzt wurden unterscheidet sich die Werbefotografie im Vergleich zu einer gewöhnlichen und hübsch aussehenden Aufnahme. Wasser ist beispielsweise ein Gegenstand, welchen man häufig auf Werbefotografien finden kann. Die Oberfläche von Wasser und insbesondere auch die von metallischen Materialien sorgen für Spiegelungen. Durch den Einsatz von einem Pol-Filter (Polarisationsfilter) können diese Spiegelungen minimiert werden. Sehr helle Bildmotive erscheinen hierdurch zwar gemäßigt dunkler, jedoch kann der Filtereinsatz dafür sorgen, dass die Farbe besser wiedergegeben wird.

Natürliche Farben mit Weißabgleich

Der Werbefotograf muss nicht nur durch das Vermeiden von Reflexionen dafür sorgen, dass es beim Aufnahmen der Fotos nicht zu unnatürlichen Farbgebungen kommt, es kommt auf maßgeblich auf den passenden Weißabgleich an. Verschiedene Lichttemperaturen sind nämlich häufig der Grund für ungewöhnliche Farben. Die verschiedenen Lichtquellen differieren die Farbe vom Licht und daher muss der Fotograf die Anpassung der Farbe Weiß manuell an der Kamera vornehmen. Auch bei hochwertigen Kameras versagt oftmals die Automatik. Mit der Kalibrierung per Farbtafel, Graufilter oder Graukarte sollte daher die richtige Farbgebung ausgewählt bzw. eingestellt werden. Denn insbesondere in dem Bereich der Werbefotografie ist es elementar, dass die Farben auch denen der Realität entsprechen.