Kamerastativ – Belichten ohne zu verwackeln: Dreibeinstativ oder Einbeinstativ

Viele fotografische Situationen erfordern längere Belichtungszeiten. Wer einen sicheren Standpunkt für seine Kamera sucht, für den ist ein gutes Stativ ein nützliches Werkzeug. Doch Stative gibt es für unterschiedliche Zwecke und in allen möglichen Formen, Größen und Gewichten. Dabei ist es für die Aufnahmen nicht nur wichtig, ein geeignetes Stativ zu verwenden, man muss auch wissen, wie man ein Kamerastativ richtig benutzt. Hier sind ein paar grundlegende Informationen, die man beim Kauf und Einsatz eines Stativs unbedingt im Auge behalten sollte.

Welche Kamerastative gibt es überhaupt?

Kein ambitionierter Fotograf kommt ohne ein gutes Kamerastativ aus. Besonders bei längeren Belichtungszeiten wie zum Beispiel bei einem Feuerwerk oder bei der Sternenfotografie sind Stative unverzichtbare Hilfsmittel. Stative werden im Freien wie in geschlossenen Räumen verwendet. Im Handel gibt es einfache Kunststoffstative, die allenfalls für leichte Digitalkameras geeignet sind und stabile Stative aus Aluminium, Karbon oder Holz für die schwereren DSLR Kameras und gehobene Ansprüche. Es liegt auf der Hand, dass das Preisniveau der Profistative höher ist, als das der einfachen Kunststoffstative.

Grundsätzlich besteht ein Kamerastativ (auch Dreibeinstativ genannt) aus einem Stativkopf, einer Mittelsäule mit Nivelliereinrichtung und drei in der Länge veränderbaren Beinen. Der Stativkopf ist ein Kugel- oder Neigekopf auf den die Kamera aufgeschraubt wird. Die erforderlichen Schwenk-, Neige- oder Kippbewegungen lassen sich über alle Achsen problemlos durchführen. Die ersten Fotostative waren ausnahmslos aus Holz, eine Bauform, die aus Gewichtsgründen heute allenfalls noch bei Studiokameras anzutreffen ist.

In den meisten Fällen bevorzugen Fotografen heutzutage Stative aus Aluminium oder kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (Karbon), die trotz geringem Gewicht über eine ausreichende Stabilität verfügen. Die Beine bestehen aus drei bis vier Segmenten, die beliebig ein- und ausgefahren werden können. Um Stabilität und Standsicherheit zu gewährleisten, verwenden einige Hersteller Klappverschlüsse, während andere auf Drehverschlüsse setzen. Am Ende der Beine befinden sich Gummifüße, aus denen sich oft ein Metalldorn (Spike) herausdrehen lässt.

Wann sollte ein Stativ verwendet werden?

Auch wer kein Fan von Regeln ist, sollte im Hinterkopf behalten wann es sinnvoll ist ein Stativ zu verwenden. Ein Stativ hilft die Kamera ruhig zu halten, was besonders bei großen Brennweiten und langen Belichtungszeiten sehr sinnvoll ist. Als Faustformel gilt: Die gewählte Verschlusszeit sollte im Nenner nicht größer als die Brennweite des Objektivs sein. Ein paar

Beispiele: 

  • Hat das Objektiv eine Brennweite von 50 mm, sollte die Verschlusszeit nicht langsamer als 1/60 Sekunde betragen.
  • Bei einer Brennweite von 100 mm, sollte die Verschlusszeit nicht langsamer als 1/125 Sekunde betragen.
  • Beträgt die Brennweite 200 mm, sollte die Brennweite nicht langsamer als 1/250 Sekunde sein.

Ist die Verschlusszeit langsamer als die oben genannten Werte, sollte unbedingt auf ein Stativ zurückgegriffen werden, um gestochen scharfe Bilder zu schießen. Bei Landschaftsaufnahmen sind Stative außerdem sehr nützlich, um sicherzustellen, dass Foto und Landschaft die gleiche Horizonttallinie haben. Bei Makroaufnahmen hilft ein Kamerastativ beim Ausrichten des Objektivs auf kleine Objekte. Auch bei Portraitaufnahmen verwenden Fotografen gerne ein Stativ, wenn sie mehrere Menschen aus der gleichen Perspektive fotografieren möchten.

Alternativen: Einbeinstative und Kamera-Klemmen

Einbeinstative (Monopods) bestehen aus einer einzigen in der Länge veränderlichen Säule mit einer Stativschraube an der Spitze. Ein Gummifuß oder ein Dorn sorgen für sicheren Stand. Monopds sind nützliche Werkzeuge werden oft in Verbindung mit einem Kamerastativ verwendet, um schwere Teleobjektive zu stabilisieren.

An den langen Objektiven befindet sich ein Stativring, an dem sich auch ein Monopod mit einer Schraube befestigen lässt. Vorteile der Monopods sind ihr geringes Gewicht, der schnelle Aufbau und die gute Transportfähigkeit.

Kamera-Klemmen bestehen meistens aus Aluminium und sind dazu gedacht Kameras an Tischen, Türen oder anderen Flächen mit einem Klemmgewinde zu befestigen. Ein Kugelkopf sorgt für die notwendigen Bewegungsoptionen. Kamera-Klemmen sind universell als Alternative zu einem Stativ einsetzbar.

Fazit: Bei langen Belichtungszeiten ist ein Stativ unumgänglich

Kamerastative gibt es in unzähligen Größen, Bauformen und Einsatzmöglichkeiten. Bei schweren DSLR-Kameras sollte auf genügende Stabilität und das Gewicht geachtet werden. Als Alternativen stehen Einbeinstative oder Kamera-Klemmen zur Verfügung.