Inneneinrichtung richtig fotografieren: Lichtverhältnisse und Kameraeinstellungen

Jeder Raum wirkt aus jedem Blickwinkel anders, weicher in warmen Lichtnuancen und kantiger bei recht heller Beleuchtung in „kaltem“ Licht. Für Verkaufszwecke oder als Vermietangebote können diese und weitere Wirkungen beim Fotografieren der Inneneinrichtung genutzt werden. Allerdings sollten auch die werbewirksamsten Aufnahmen noch nah an der tatsächlich verkaufsfähigen Realität bleiben.

Die Planung eines Fotoshootings für Inneneinrichtung

Bei der Planung der Fotografien muss unterschieden werden, ob die Abbildungen eher für Verkaufszwecke dienen oder ein Vermietungsbeispiel geben sollen. Interessenten auf der Suche nach einer Mietwohnung lassen sich von einem bewohnten Eindruck mit persönlichen Accessoires durchaus inspirieren. Dennoch sollten Sofa und Couchtisch nicht voller Krümel oder durchgeblätterter TV-Zeitschriften sein. Besser werden Vasen, Konfektschalen und hübsche Tischdecken auf und über den Möbeln drapiert. Das wirkt wohnlich und dennoch ordentlich aufgeräumt.

Kaufinteressenten haben kaum einen Sinn für Familienfotos im Hintergrund eines Verkaufsbildes oder für persönliche Gegenstände der derzeitigen Bewohner. Am liebsten ist dieser Zielgruppe ein Raum mit nur wenigen, ansprechend aufgestellten Möbelstücken, mit wenig Tisch- oder Bettwäsche, höchstenfalls mit verkaufsfördernden, weil elegant wirkenden Fensterdekorationen. Möglicherweise bedeutet es einen etwas höheren Aufwand, einen Raum neutraler als üblich für das Shooting zu gestalten. Für die Verkaufspräsentation lohnt dies allerdings, indem potenziell mehr Besucher eine Echtbesichtigung anfragen werden.

Raum und Interieur fotografisch inszenieren

Generell raten Profis von Freilichtfotografien während der hellen Mittagsstunden ab. Für die Inszenierung eines gut ausgeleuchteten Innenraums ist dies aber genau die perfekte Chance auf einen hellen Eindruck von der Einrichtung und den Raumgegebenheiten. Vorteilhaft sind Lichtrichtungen von der Tür zum Fenster hin, dieses am besten ohne Gardinen oder mit deutlich zur Seit gezogener Dekoration. Blumen auf dem Fensterbrett können die Lichtwirkung malerisch unterstreichen – aber nur, wenn es keine wuchernden Großgewächse sind, die von außen eher schattig wirken.

Wo der Lichteinfall natürlicher Beleuchtung ungünstig ist, kann warm weißes Stubenlicht – möglichst hell – nachhelfen. Auf keinen Fall sollte das Interieur mit Blitzlicht fotografiert werden. Dieses kann nämlich Kanten und Ränder unnatürlich betonen und lässt den Raum optisch kühler wirken. Schummerlicht im Schlafzimmer mag für die eigene Ruhezeit angenehm sein – auf ein gutes Verkaufsfoto vom Raum gehört es nicht. Denn je heller der Raum präsentiert wird, umso stärker weckt ein solches Foto das Interesse potenzieller Käufer oder Nachmieter.

Technische Ausstattung für ansprechende Fotografien

Grundsätzlich lassen sich Fotografien vom Wohnraum auch mit einer ordentlichen Handykamera machen. Besser sollte aber eine Digitalkamera mit verschiedenen Einstellmöglichkeiten verwendet werden. Die Bilder von solcher guten Technik sind hochauflösend und können auf dem PC nachbearbeitet werden, um beispielsweise bessere Kontraste zu erzielen oder kleine Bildfehler zu kaschieren. Ist die passende Technik vorhanden, dann sollte für wackelfreie Fotos außerdem eine feste Aufstellung gewählt werden. Stative eignen sich dafür am besten. Auch wichtig neben der technischen Ausstattung ist der richtige Aufnahmewinkel im Raum.

Generell wollen Miet- oder Kaufinteressenten Räume möglichst weitläufig sehen. Dies lässt sich auch bei einem normal großen Zimmer fotografisch darstellen. Dafür wird die Kamera mit einer günstigen Einstellung in einer Raumecke in Richtung Fenster oder Licht aufgestellt. Die verschiedenen Zimmerrichtungen scheinen dann größer und dennoch realistisch. Allerdings funktioniert dieser Trick der Perspektive besser, wenn in Blickrichtung der Raum nicht mit Einrichtungsgegenständen überfrachtet ist. Das Verschieben eines Stuhls oder eines Sessels kann hierfür optische Wunder wirken.

Fazit: Die richtige Kamera, Lichtverhältnisse und Einstellungen sorgen für perfekte Ergebnisse
Ein Fotoshooting für Innenräume will gut geplant sein. Mit der richtigen Kameratechnik, günstigen Einstellungen und einem möglichst natürlichen Licht gelingen ansprechende Fotos, die mehr Interessenten zu einer Besichtigung animieren. Auch die Wahl des Blickwinkels und die detaillierte Raumgestaltung lassen ein Zimmer vorteilhaft und weiter wirken.