Digitale Wende und digitale Revolution: Wie Printverlage auf die Veränderung reagieren

„Noch kann man sich der digitalen Welt einigermaßen entziehen.“, laut dem Redaktionsleiter von c’t Fotografie, befinden wir uns noch nicht in der digitalen Revolution, aber mitten in der digitalen Wende. Wie er mit seinem Verlag auf die digitalen Veränderungen reagiert, lest ihr hier.

PA1: Hallo Herr Dr. Rink, stellen Sie c’t Fotografie bitte kurz für uns vor!

Dr. Jürgen Rink: Ich habe das Magazin c’t Fotografie vor knapp sechs Jahren gegründet. c’t Fotografie erscheint alle zwei Monate und gehört zu den größten deutschen Fotofachzeitschriften. Die Redaktion informiert gleichermaßen unterhaltsam wie gründlich und lässt keine Fragen offen, das ist unser wesentliches Unterscheidungsmerkmal. Beiträge über Porträtfotografie, Naturfotografie, Erfolg als Fotograf, Bildbearbeitung oder  Bildgestaltung erstrecken sind oft über 20 Seiten. Statt an der Oberfläche zu kratzen, gehen wir in die Tiefe. In eigenen Messlabors werden zudem Kameras und Objektive getestet, die sich danach in der Praxis bewähren müssen – das c’t Fotografie Team ist im Zoo Hannover dafür bestens bekannt. Der Mix aus Messwerten und Praxisbezug hat sich hervorragend für die Beurteilung von Equipment bewährt.

 

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PA1: Welche Rolle übernehmen Sie bei c’t Fotografie?

Dr. Jürgen Rink: Ich leite ein Redaktionsteam, das c’t Fotografie macht inklusive der Online-Publikationen und dazu noch einen Paid Conent-Channel, den Foto-Club. Dazu kommen noch c’t Sonderpublikationen, aktuelle Beispiele dafür sind c’t Multikopter, c’t Smart Home, c’t Security oder das Sonderheft c’t Fotografie Meisterklasse People. Ich startete meine berufliche Laufbahn nach Studium und Promotion mit einer Forschungskarriere als Physiker, bevor ich bei Heise Medien und c’t das journalistische Handwerk lernte.

Links zu den entsprechenden Publikationen findet ihr am Ende des Artikels.

Digitale Wende vs. digitale Revolution. Der spannende Weg für Verlage

PA1: Wir befinden uns aktuell mitten in der digitalen Wende, wie definieren Sie persönlich diese Veränderung?

Dr. Jürgen Rink: Gesellschaft und der Umgang mit Information verändern sich rasant. Das spüren wir Verlagsmenschen schon lange und reagieren darauf mit Produkten, die im digitalen Zeitalter bestehen. Was können wir besser als andere? Recherchieren, sowie den Umgang und die Aufbereitung von Information. Wir produzieren keine Zeitschriften, sondern Content und publizieren diesen als gedruckte Zeitschrift, in Apps fürs Tablet, als Informationsangebot online und und und …. Der Konsum von Information ändert sich und es ist ungeheuer spannend, mit neuen journalistischen Produkten diese Wende mitzugestalten.

Die Entwicklung von Printmedien während der Digitalisierung

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PA1: Worin genau besteht für Sie der Unterschied zur digitalen Revolution?

Dr. Jürgen Rink: Das digitale Zeitalter fängt meiner Meinung gerade erst an. Noch kann man sich der digitalen Welt einigermaßen entziehen, indem man bewusst die entsprechenden Geräte ausschaltet. Das wird in Kürze nicht mehr möglich sein, Stichworte dafür sind Internet of Things, IPv6 und Roboter. Ein Internet entsteht, in dem Menschen nicht mehr allzu wichtig sind. Erst das bezeichne ich als digitale Revolution, denn eine Revolution ist unumkehrbar.

Als Fotograf eine Nische erkennen und sich von der Masse absetzten

PA1: Zum Schluß: Können Sie Fotografen nennen, ie aus der Masse herausstechen und auffallen?

Dr. Jürgen Rink: Wie gelingt es einem Fotografen heute, wahrgenommen zu werden, inmitten der Bilderflut und der riesigen Konkurrenz? Dabei spielt es keine Rolle, ob du Amateur bist oder Profi. Die Grenzen verschwimmen und der Amateur hat den großen Vorteil, das er nicht gezwungen ist, mit der Fotografie seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Es gibt viele Wege, als Fotograf herauszustechen aus der Messe, ich empfehle, von denen, die es geschafft haben, zu lernen: Lernt von Pavel Kaplun oder Benny Rebel, wie man mit den digitalen Möglichkeiten eine Community aufbaut. Haltet die Augen offen nach Nischen, die hier zu Lande noch ungebesetzt sind, wie das Gabriel Hill mit seiner Headshot-Fotografie zeigt, die er in den USA entdeckt hat. Zerstört vorhandene Schubladen im Kopf, wie das Maak Roberts gemacht hat: Statt zwischen privaten Projekten („Das was ich wirklich fotografieren will“) und Auftragsarbeiten zu unterscheiden, integriert er das eine in das andere. Es gibt noch viele andere Best Cases, von denen wir lernen können!

Für mehr Infos zu c´t Fotografie, klickt hier:

Wir danken Dr. Jürgen Rink für das interessante Interview und wünschen weiterhin viel Erfolg mit c’t Fotografie!

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